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1940
Gouache auf Velin auf Büttenbogen aufgelegt
11,1x14,1 cm, Gouache; 30,5x20,4 bzw. 40,3 cm, Unterlage
Oben rechts vom Künstler signiert "magritte"
David Sylvester, René Magritte, Catalogue raisonné, IV: Gouaches, Temperas, Watercolours and Papiers Collés 1918-1967, Antwerpen 1994,
Wohl Geschenk des Künstlers im Sommer 1940 an
Slg. Joë Bousquet, Carcassonne. Auf einen Büttenbogen aufgelegt und mit einem Gedicht an Jean Paulhan dediziert
Slg. Jean Paulhan
Galerie Kornfeld, Bern
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig auf Unterlage mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
An den Ecken montiert. Der Büttenbogen ganz leicht verschmutzt und mit Montierungsresten. Farbfrisch und in tadelloser Erhaltung
Auf einer roten Decke am Strand liegt ein nackter, muskulöser Mann mit Bart. Er wirkt wie eine gottähnliche Gestalt. Im Hintergrund trennt der Horizont den hellblauen Himmel vom leicht grünlich blauen Meer. An der Stelle, an der sein Glied sein sollte, hat der Künstler eine kleine Ballerinafigur platziert.
Thematisch greift die Zeichnung ein Thema auf, das Magritte bereits 1937 im Kopf hatte und in einer Gouache von 1937 oder 1938 (Sylvester 1133) festhielt. Aufgrund diverser kleinformatiger Studien, Unterlagen und Briefen weiss man, dass Magritte ein grösseres Gemälde mit diesem Sujet plante, das er wohl nie ausführte. Drei Jahre nach der vorliegenden Zeichnung griff er das leicht veränderte Thema in einem Ölgemälde von 1943 wieder auf (Sylvester 528) und nannte es nun "L'Océan". Darauf sind der Nackte als Flussgott und die kleine Frauenfigur als Venus dargestellt.
Magritte äusserte sich 1938 in "La Ligne de vie", einer in Antwerpen gehaltenen Rede, wie folgt zum Sujet: "Dans "Le printemps éternel", une danseuse remplace le sexe d'un Hercule couché au bord de la mer."
Die Zeichnung ist auf der rechten Innenseite eines Büttenbogens fixiert. Auf der linken Seite steht das an Jean Paulhan dedizierte und mit "27 August 1947" datierte handgeschriebene Gedicht "Opème". Unten links in Rot monogrammiert liest man die Initialen "J.B." Laut Sylvester stammt die Handschrift von Joë Bousquet. Auf der Vorderseite des Bogens befindet sich ein weiteres handgeschriebenes Gedicht, das vermutlich von Paul Éluard stammt. Sylvester vermutet, dass Magritte die Zeichnung Joë Bousquet schenkte, als er ihn in dessen Haus in Carcassonne besuchte. Es mag aufgrund der geringen Grösse eventuell als Illustration für eines von Bousquets Büchern gedacht gewesen sein.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
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