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    Pablo Picasso : Le repas frugal, Paris, September 1904
    Pablo Picasso : Le repas frugal, Paris, September 1904
    Pablo Picasso : 87 Le repas frugal
    Pablo Picasso : 87 Le repas frugal
    Pablo Picasso : 87 Le repas frugal
    Pablo Picasso : 87 Le repas frugal
    Pablo Picasso : 87 Le repas frugal

    Pablo Picasso

    Málaga 1881 - 1973 Mougins

    87   

    Le repas frugal

    Schätzpreis CHF 150'000 *
    Zuschlag CHF 160'000
    Angaben ohne Gewähr
    12.09.2025
    Versandkosten

    Paris, September 1904

    Radierung und Schabeisen auf Zink, auf Velin Van Gelder mit Wasserzeichen. Druck der verstählten Platte

    46,5x37,7 cm, Plattenkante; 65,6x51,3 cm, Blattgrösse

    Werkverzeichnisse

    Bernhard Geiser/Brigitte Baer, Picasso, peintre-graveur, catalogue raisonné de l'oeuvre gravé et des monotypes 1899-1931, Bd. I, Bern 1990, Nr. 2/II/b/2 (v. c)

    Georges Bloch, Pablo Picasso, Katalog des graphischen Werkes 1904-1967, Bd. I, Bern 1971, Nr. 1

    Provenienz

    Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b

    Ausstellungen

    Basel/Hovikodden 1975/1977, Kunstmuseum/Henie-Onstad Kunstsenter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 206b

    Salzburg/Winterthur 1984/1985, Rupertinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts aus einer Schweizer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 181/b

    Bern 1982, Galerie Kornfeld, Pablo Picasso, Graphische Werke 1904-1972, Kat. Nr. 2

    Freiburg 1994, Musée d’art et d’histoire, Pablo Picasso, Kat. Nr. 1

    Krumau 1995, Egon Schiele Centrum, Pablo Picasso, ohne Kat.

    Neuss/München 1996/1997, Clemens-Sels-Museum/Villa Stuck, Rainer Maria Rilke und die bildende Kunst seiner Zeit, Kat. Nr. 78

    Genf 1999/2000, Musée Rath, Steinlen et l’époque 1900, S. 182

    Riehen 2003, Fondation Beyeler, Expressiv!, S. 194

    Bern 2010, Zentrum Paul Klee, Klee trifft Picasso, S. 70

    Florenz 2011, Palazzo Strozzi, Picasso, Miró, Dalí, Kat. Nr. 4.13

    Spiez 2015, Schloss, Pablo Picasso, Von Gauklern, Frauen und Stierkämpfen, ohne Kat.

    Zustand

    Das Papier leicht gebräunt und mit Lichtrand. Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung. In sehr guter Erhaltung

    Erläuterungen

    "Le repas frugal" entstand 1904 in Paris, kurz nachdem Pablo Picasso endgültig von Barcelona in die französische Hauptstadt übersiedelt war. Es ist eines der ikonischen Werke seiner Blauen Periode, in der er sich intensiv mit Themen wie Armut, Einsamkeit, Krankheit und sozialer Ausgrenzung beschäftigte. Die Figuren in der Radierung sind keine Phantasiegestalten, sondern basieren auf realen Menschen, die Picasso kannte oder in Montmartre beobachtete. Die dargestellte Frau soll auf eine Prostituierte zurückgehen, die auch in anderen Werken der Blauen Periode erscheint. Der Mann - dünn, mit eingefallenen Wangen und leerem Blick - trägt Züge des archetypischen Saltimbanque (Gaukler), eine Figur, die Picasso fasziniert hat. Der Gaukler ist ein Sinnbild für den Künstler selbst. Zusammen sitzen die beiden bei einem kargen Mahl.

    "Le repas frugal" wurde später Teil der berühmten "Suite des Saltimbanques", einer Serie von 15 Radierungen, die Picasso grösstenteils zwischen 1904 und 1905 anfertigte. Nach wenigen Drucken von der unverstählten Platte in den Jahren 1904 und 1905, die meist von Eugène Delâtre in Paris abgezogen wurden, erwarb der Pariser Verleger Ambroise Vollard sämtliche Platten der Folge, liess sie verstählen und publizierte die Folge 1913 in 27 oder 29 Drucken auf Japan sowie in ursprünglich 250 Exemplaren auf Velin. Von diesen sind jedoch sehr viele Exemplare verloren gegangen.

    In "Le repas frugal" verschmelzen persönliche Erfahrung und soziale Empathie. Der junge Picasso, damals selber von Armut, Aussenseitertum und frühen Verlusten betroffen, fand in der Darstellung von Leidensfiguren eine universelle Bildsprache. Trotz der Verzweiflung erscheint das Paar nicht gänzlich verlassen: Eine kraftvolle Form der Verbundenheit bleibt spürbar. So wird die Radierung zu einem Sinnbild existenzieller Befindlichkeit jenseits von Zeit und Ort. Die Radierung kündet von der unvergleichlichen Kraft einer Kunst, die das Leid nicht bloss illustriert, sondern förmlich spürbar macht.


     
     
     
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    Pablo Picasso : Le repas frugal, Paris, September 1904
    Pablo Picasso : Le repas frugal, Paris, September 1904


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