1925. Werknummer 1925.81 (R 1)
Schwarzes Aquarell in verschiedenen Tönungen, mit der Feder in Tusche überzeichnet, auf Briefpapier, auf Karton aufgelegt
28,2x22,4 cm, Briefpapier; 48,4x32,2 cm, Unterlagekarton
Oben rechts vom Künstler in Tusche signiert "Klee", auf dem Unterlagekarton oben und unten mit einem Abschlussstrich in Tusche, unter dem unteren Abschlussstrich in der Mitte in Tusche mit der Werknummer und dem Titel "1925. R 1. Kind im Asterngarten", unten links in Bleistift nummeriert "I"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Bd. 4, Werke 1923-1926, Bern 2000,
Slg. Hans und Erika Meyer-Benteli, Bern
Slg. Ted und Meret Schaap-Meyer, Vallamand-Dessous (bis 1990)
Auktion Christie's, London, 4. Dezember 1990, Los 165
Auktion Villa Grisebach, Berlin, 26. Mai 1995, Los 57
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 17. Juni 2005, Los 93, dort erworben von
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Will Grohmann, Paul Klee, Handzeichnungen 1921-1930, Potsdam/Berlin 1934,
Will Grohmann, Paul Klee, The Drawings of Paul Klee, New York 1944,
Will Grohmann, Paul Klee, Genf/Stuttgart 1954,
Dover Publications (Hg.), Klee Drawings, 60 Works by Paul Klee, New York 1982,
Maria-Christina Metzler, Paul Klee, Münchenbuchsee bei Bern 1879-1940 Muralto-Locarno, in: Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Wien 2009,
München 1954, Haus der Kunst, Paul Klee,
Baden-Baden 1964, Staatliche Kunsthalle, Der frühe Klee,
Bern 2008, Zentrum Paul Klee, In Paul Klees Zaubergarten,
Oslo/Bergen 2008/2009, Henie Onstad Art Centre/Art Museum, Enchanted Garden,
Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Bern 2015/2016, Zentrum Paul Klee, Klee in Bern 3, ohne Kat.
Berlin 2018, Liebermann-Villa am Wannsee, Max Liebermann und Paul Klee - Bilder von Gärten,
Jena 2019, Kunstsammlung Jena, "Das stärkste, was Morgen heute bietet.", Der Sturm in Jena,
Auf Unterlagekarton aufgezogen. Der Karton leicht gebräunt, mit einem Einriss oben in der Mitte und einer Knickfalte in der unteren linken Ecke. Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung. In sehr schöner Erhaltung
Im Oktober 1920 wurde Paul Klee von Walter Gropius als Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen. Im Januar 1921 nahm er seine Lehrtätigkeit auf. Es waren sehr intensive und fruchtbare Schaffensjahre für den Künstler. Aufgrund politischen Drucks musste die wichtige Lehrinstitution 1925 Weimar verlassen und in Dessau einen Neuanfang machen, was auch eine Zäsur in Klees Schaffen bewirkte.
Mit dem Schwarzaquarell "Kind im Asterngarten" schuf Klee in dieser unsicheren Zeit ein poetisch-traumartiges Bild, das Kindheit, Natur und Phantasie in eine feinsinnige Bildsprache übersetzt. In seinem Werk finden sich immer wieder Bezüge und Elemente der kindlichen Märchen- und Traumwelt. Zwar hat Paul Klee keine direkten Illustrationen zu Lewis Carrolls Buch "Alice im Wunderland" geschaffen, es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass er von der Phantasie und dem Absurden der Geschichte inspiriert war. Inhaltlich lässt sich das hier angebotene Blatt sicherlich als Hommage an die kindliche Wahrnehmung lesen, an eine Welt, in der die Natur beseelt ist, Proportionen keine feste Regel kennen und Raum und Zeit fliessend erscheinen. Klee verstand das Kindliche nicht als Unreife, sondern als Ursprung kreativer Freiheit. "Kind im Asterngarten" wird so zur Metapher für das schöpferische Bewusstsein - unverdorben, offen und staunend.
Das Bild ist auch eine Reminiszenz daran, dass Kunst ein Spiel mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren ist. Klee notierte einst: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Im hier angebotenen Schwarzaquarell wird genau das spürbar. Es ist eine stille Einladung, die Welt mit den Augen der Phantasie neu zu sehen.
| Schweiz | CHF | 130 |
| Europa | CHF | 200 |
| USA | CHF | 250 |
| Übersee | CHF | 255 |
