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  • Arbeiten auf Papier aus der Slg. E.W.K. Saalauktion

    Käthe Kollwitz : Die junge Witwe - Schwangere, 1921-1922
    Käthe Kollwitz : Die junge Witwe - Schwangere, 1921-1922
    Käthe Kollwitz : 68 Die junge Witwe - Schwangere
    Käthe Kollwitz : 68 Die junge Witwe - Schwangere
    Käthe Kollwitz : 68 Die junge Witwe - Schwangere
    Käthe Kollwitz : 68 Die junge Witwe - Schwangere
    Käthe Kollwitz : 68 Die junge Witwe - Schwangere
    Käthe Kollwitz : 68 Die junge Witwe - Schwangere

    Käthe Kollwitz

    Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg

    68   

    Die junge Witwe - Schwangere

    Schätzpreis CHF 200'000 *
    Zuschlag CHF 160'000
    Angaben ohne Gewähr
    12.09.2025
    Versandkosten

    1921-1922

    Pinsel in Tusche, mit Deckweiss gehöht und korrigiert, auf Kupferdruckpapier

    52,6x34,3 cm

    Unten rechts von der Künstlerin in Bleistift signiert und bezeichnet "Käthe Kollwitz / Zeichnung zu Wittwe / Folge Krieg"

    Werkverzeichnis

    Werner Timm/Otto Nagel (Hrsg.), Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Œuvre-Katalog, Stuttgart 1980, Nr. 856

    Provenienz

    Slg. Erich Cohn, New York

    Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig auf der Unterlage mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b

    Literatur

    Herbert Bittner, Kaethe Kollwitz, Drawings, New York/London 1959, Abb. 90

    Ausstellungen

    Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 99

    Gingins/Vevey 1994, Fondation Neumann/Musée Jenisch, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 117

    Berlin 1995, Käthe-Kollwitz-Museum, Käthe Kollwitz, Schmerz und Schuld, Kat. Nr. 97

    Davos 1998/1999, Kirchner Museum, Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Kat. Nr. 22

    Köln 2001, Käthe Kollwitz Museum, "Seitdem ich in Holz schneide lockt da vieles", Der Holzschnitt bei Käthe Kollwitz

    Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Kat. Nr. 83

    Zürich 2023, Kunsthaus Zürich, Stellung beziehen, Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 104

    Zustand

    Aus drei zusammengesetzten Papieren, mit Reissnagellöchern in den Ecken und teilweise in den Rändern. Das Papier etwas gewellt und minim gebräunt mit Lichtrand. Rückseitig mit Spuren einer alten Montierung

    Erläuterungen

    "Ich habe immer versucht, den Krieg zu gestalten. Ich konnte es nie fassen. Jetzt endlich habe ich eine Folge von Holzschnitten fertiggemacht, die einigermassen das sagen, was ich sagen wollte. […]. Diese Blätter sollen in alle Welt wandern und sollen allen Menschen sagen: so war es – das haben wir alle getragen durch diese unaussprechlich schweren Jahre." Das schrieb Käthe Kollwitz im Oktober 1922 in einem Brief an Romain Rolland. Nachdem ihr jüngerer Sohn Peter als Freiwilliger am 22. Oktober 1914 gefallen war, setzte sich Käthe Kollwitz sehr intensiv mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen auseinander. Ihre Trauer und diese schmerzhafte Erfahrung führten zu einer eindrücklichen Aufarbeitung des Kriegstraumas, die in der siebenteiligen Holzschnittfolge "Krieg" kulminierte. Die Folge erschien schliesslich 1923 als Mappe im Verlag Emil Richter in Dresden in verschiedenen Auflagen. Wie immer standen vor der graphischen Umsetzung Vorarbeiten in verschiedenen Techniken an. Kollwitz entwickelte die Motive zuerst auch im Tiefdruck und in der Lithographie, wählte dann aber den Holzschnitt für die Folge aus.

    Von "Die Witwe I" (Knesebeck 175), dem vierten Blatt der Reihe, sind vier Vorarbeiten bekannt, darunter die hier angebotene. Sie stellt die am besten ausgearbeitete Variante dar und ist dem Holzschnitt der Auflage am ähnlichsten. Die Künstlerin erprobt die Hell-Dunkel-Wirkung mittels Tusche und Weisshöhungen. Eindrücklich tastet sie sich an das optimale Verhältnis der hellen und dunklen Flächen heran, die danach in die Holzplatte geschnitten werden. "Ich bin mit der Holzschnittfolge zum Krieg fast fertig. […] Kein Mensch wird mutmassen, dass diese 7 Holzstöcke mittlerer Grösse eine langjährige Arbeit in sich schliessen und doch ist es so. Es steckt darin die Auseinandersetzung mit dem Stück Leben, das die Jahre 1914–1918 umfassen, und diese vier Jahre waren schwer zu fassen.", Zitat aus "Briefe der Freundschaft". Man spürt im Blatt die bedrückende Ohnmacht einer Schwangeren, die ihren Partner und den Vater ihres ungeborenen Kindes im Krieg für immer verloren hat.


     
     
     
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    Käthe Kollwitz : Die junge Witwe - Schwangere, 1921-1922
    Käthe Kollwitz : Die junge Witwe - Schwangere, 1921-1922


    Bei den mit (*) bezeichneten Losen sind Zuschlagspreis sowie Aufgeld mehrwertsteuerpflichtig.

    KORNFELD
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