1905
Kohlezeichnung, leicht weiss gehöht, auf festem, grauem Papier
49,2x32,4 cm
Unten rechts in der Darstellung von der Künstlerin in Bleistift signiert und datiert "Kollwitz / 05"
Werner Timm/Otto Nagel (Hrsg.), Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Œuvre-Katalog, Stuttgart 1980,
Slg. Erich Cohn, New York
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig auf der Unterlage mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Herbert Bittner, Kaethe Kollwitz, Drawings, New York/London 1959,
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Hannover/Regensburg 1990/1991, Wilhelm-Busch-Museum/Ostdeutsche Galerie, Käthe Kollwitz,
Tokyo/Kamakura/Hyogo/Miyagi 1992, Parthenon Tama Museum/Museum der modernen Kunst/Städtisches Kunstmuseum/Miyagi Kunstmuseum, Käthe Kollwitz,
Gingins/Vevey 1994, Fondation Neumann/Musée Jenisch, Käthe Kollwitz,
Berlin 1995, Käthe-Kollwitz-Museum, Käthe Kollwitz, Schmerz und Schuld,
Genf 1997/1998, Musée du Petit Palais, L’ Expressionnisme allemand,
Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Rückseitig mit einer durchgestrichenen Kohlestudie des Frauenkopfes mit der Sense. Mit Reissnagellöchern in der Mitte des oberen Randes sowie in allen vier leicht geknickten Ecken. Auf der Rückseite mit Spuren einer alten Montierung
Nachdem Käthe Kollwitz mit "Ein Weberaufstand" schon einmal ein historisches Ereignis in ihrer Kunst aufgegriffen hatte, arbeitete sie in den Jahren 1901 bis 1908 an ihrem zweiten Druckzyklus, dem siebenteiligen "Bauernkrieg". Die Künstlerin behandelte darin den gewaltsamen Aufstand der Bauern gegen die Unterdrückung und Gesetzlosigkeit in den Jahren 1524/1525. Für das liberal-sozialistische Umfeld von Kollwitz bedeutete die vom Historiker und Theologen Wilhelm Zimmermann verfasste Geschichte des "Grossen Deutschen Bauernkrieges" keine ferne Vergangenheit, sondern hatte vielmehr aktuelle Relevanz; es ging darum, auf die Probleme des Proletariats aufmerksam zu machen.
Wie immer entstanden im Vorfeld der Auflagendrucke viele Zwischenzustände: Sogar andere Themen wurden umgesetzt, die dann nicht in die Folge aufgenommen wurden. Beim vorliegenden, 1905 entstandenen Blatt, handelt es sich um eine verworfene Bildidee zum dritten Bauernkriegsblatt (Knesebeck 87), das schliesslich als "Beim Dengeln" (Knesebeck 88) Eingang in die Serie fand. Anders als beim Auflagedruck der Folge, ist die Figur in der Zeichnung ganz dargestellt: Die Frau lehnt sich konspiratorisch über die Sense. Ein eindrücklich düsteres, fast malerisch umgesetztes Blatt, das Kollwitz’ politische Überzeugung klar vor Augen führt.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
