Um 1855-1860
Feder in Tinte über Kohlezeichnung, teilweise aquarelliert und gelblich laviert
23,5x33 cm
Karl-Eric Maison, Honoré Daumier, Catalogue Raisonné of the Paintings, Watercolours and Drawings, London 1968,
Slg. George Mathias, Paris
Auktion Hôtel Drouot, Paris, 24. April 1903, Vente M. Mathias, Los 32, dort erworben von
Slg. M. Strauss
Slg. Sidney Posen, Frankfurt am Main
Slg. Dr. Lothar Mohrenwitz, Frankfurt am Main/Zürich, sein Nachlass versteigert bei
Auktion Fischer, Luzern, 24.-25. November 1960, Los 480, dort erworben von
Slg. Max Wydler, Zürich
Paul Kantor Gallery, Beverly Hills
Slg. Norton Winfred Simon, Fullerton
Robert M. Light, Santa Barbara
Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b
Erich Klossowski, Honoré Daumier, München 1908 (1923),
Karl-Eric Maison, Daumier Drawings, London/New York 1960,
Roger Passeron, Honoré Daumier und seine Zeit, Freiburg 1979,
Paris 1900, Exposition Internationale Universelle,
Paris 1901, Palais de l'École des Beaux-Arts, Daumier,
London 1961, The Tate Gallery, Daumier,
Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld],
Frankfurt am Main/New York 1992/1993, Städelsches Kunstinstitut/The Metropolitan Museum of Art, Honoré Daumier, Zeichnungen/Drawings,
Bern/Hamburg 1996, Kunstmuseum/Kunsthalle, Zeichnen ist Sehen, Meisterwerke von Ingres bis Cézanne,
Davos 1998/1999, Kirchner Museum, Werke aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld,
Paris 1999-2000, Grand Palais, Honoré Daumier,
Zürich 2007/2008, Kunsthaus, Daumier, Zeichnungen,
Münster 2009, Graphikmuseum Picasso, Honoré Daumier,
Lausanne 2022, Photo Elysée, Train Zug Treno Tren,
Rückseitig aquarelliert und mit Montierungsresten. Tadellos in der Erhaltung
Mitte des 19. Jahrhunderts waren moderne Verkehrsmittel wie Eisenbahn und Omnibus für die Menschen noch keine Selbstverständlichkeit. Die heute alltäglichen Abläufe wie Ankunft am Bahnhof, Kauf der Fahrkarte, Warten auf den Zug, Suche des richtigen Bahnsteiges und schliesslich das Nebeneinandersitzen mit fremden Menschen im selben Abteil während der Reise mussten erst erlebt und erlernt werden und stellten ein grosses Abenteuer dar. Zahlreiche Künstler haben versucht, die damit einhergehende Modernität in Gemälden und Zeichnungen darzustellen. Auch Honoré Daumier war von den neuen Fortbewegungsmitteln fasziniert. Dabei fokussierte er sich nicht auf die Fahrzeuge an sich, sondern auf die Reisenden und die damit verbundenen neu auftretenden sozialen Klassenunterschiede. So schuf er eine Reihe von Werken, die Zugabteile mit Reisenden aus den drei verschiedenen Klassen zeigen. Die vorliegende Arbeit dürfte eine Studie für ein Aquarell (Maison Nr. 303) sein, das sich in der Sammlung Oskar Reinhart in Winterthur befindet. Im Vergleich zum Aquarell lassen sich hier die verschiedenen Arbeitsschritte des Künstlers nachweisen: Zunächst zeichnete Daumier die Bildstruktur mit Kohle oder Kreide, dann verstärkte er die Schatten mit Tusche und schliesslich vollendete er die Details wie Mimik und Bekleidung mit Bleistift und Tinte.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
