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  • Arbeiten auf Papier aus der Slg. E.W.K. Saalauktion

    Gustav Klimt : Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links, 1917-1918
    Gustav Klimt : Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links, 1917-1918
    Gustav Klimt : 61 Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links
    Gustav Klimt : 61 Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links
    Gustav Klimt : 61 Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links
    Gustav Klimt : 61 Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links
    Gustav Klimt : 61 Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links

    Gustav Klimt

    Baumgarten bei Wien 1862 - 1918 Wien

    61   

    Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links

    Schätzpreis CHF 175'000 *
    Zuschlag CHF 160'000
    Angaben ohne Gewähr
    12.09.2025
    Versandkosten

    1917-1918

    Bleistift, roter Farbstift, weiss gehöht, auf Simili-Japan

    56,5x37,3 cm

    Unten links vom Künstler in Bleistift signiert "GUSTAV / KLIMT"

    Werkverzeichnis

    Alice Strobl, Gustav Klimt, Die Zeichnungen 1912-1918, Bd. III, Salzburg 1984, Nr. 2629

    Provenienz

    Nachlass Gustav Klimt

    Klipstein & Kornfeld, Bern, im Juli 1957 angekauft, später erworben von

    Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, rückseitig mit dem Sammlerstempel, Lugt 913b

    Literatur

    Otto Breicha, Gustav Klimt, Die goldene Pforte, Werk, Wesen, Wirkung, Bilder und Schriften zu Werk, 1978, Abb. 177

    Tobias G. Natter (Hrsg.), Gustav Klimt, Sämtliche Gemälde, Köln 2012, Abb. S. 442

    Ausstellungen

    Wien 1962, Albertina, Gustav Klimt, Kat. Nr. 204

    Darmstadt 1970, Mathildenhöhe, Internationale der Zeichnung, Sonderausstellungen Gustav Klimt und Henri Matisse, Kat. Nr. 156

    Luzern 1974, Kunstmuseum, Kunst in Österreich 1900-1930, Kat. Nr. 96

    Brüssel 1981, Palais des Beaux-Arts, Klimt - Schiele - Kokoschka, Werke auf Papier, Kat. Nr. 38

    Bern 1989, Kunstmuseum, Von Goya bis Tinguely, Aquarelle und Zeichnungen aus einer Privatsammlung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 128

    Madrid 2003, Fundación Juan March, Espíritu de modernidad: de Goya a Giacometti, Obra sobre papel de la colección Kornfeld, Kat. Nr. 48

    Wien 2008/2009, Albertina, Wege der Moderne, Aus der Sammlung Eberhard W. Kornfeld, Kat. Nr. 71

    Krems 2009, Kunsthalle, Das Porträt im Wandel der Zeit, S. 121

    Zustand

    Unten rechts zwei leichte Längsfalten. Unten rechts der Mitte mit leichten Flecken und einer minim beriebenen Stelle. Sehr schöne Gesamterhaltung

    Erläuterungen

    Aufgrund einer geplatzten Verlobung nahm sich die 24 Jahre alte Ria Munk 1911 das Leben. Sie war die Tochter von Aranka Munk, einer geborenen Pulitzer und Schwester von Serena Lederer, die zu dieser Zeit eine der wichtigsten Unterstützerinnen Gustav Klimts war. Die trauernden Eltern beauftragten den Maler mit einem Porträt ihrer verstorbenen Tochter. 1912 schuf Klimt das "Bildnis Maria (Ria) Munk auf dem Totenbett" (Natter Nr. 195). Angeblich stellt Klimt die Verstorbene in einem weiteren Bild "Die Tänzerin" (Natter Nr. 226) dar. Es ist nicht bekannt, ob die Munks Gustav Klimt erneut mit einem Porträt ihrer Tochter beauftragt hatten.

    1917 beginnt der Künstler mit den Arbeiten an einem weiteren Gemälde. Er fertigte Studien mit verschiedenen Positionen und Gesichtsausdrücken an, auch in ganzer Figur. Von Postkarten an Emilie Flöge wissen wir, dass Klimt Schwierigkeiten hatte, die für ihn "richtige" Bildkomposition zu finden.

    Die vorliegende Zeichnung diente Klimt als weitere Studie für das vermutlich dritte Porträt von Ria Munk. Die junge Frau wird in einer halbseitigen Drehung gezeigt - ihr Blick geht über die Schulter direkt zum Betrachter, begleitet von einem sanften, aber dennoch koketten Lächeln. Ihre Augen sind lebendig und fein akzentuiert, was ihr Gesicht zum Mittelpunkt der Komposition macht. Trotz der reduzierten Linie gelingt es Klimt, ihr Wesen mit grosser Eindringlichkeit zu erfassen. Mit einer Leichtigkeit und Verspieltheit in der Linienführung zeichnet Klimt das bewegte Haar. Die Kleidung ist mit wirbelnden Linien nur angedeutet, die eher den Eindruck von Textur und Bewegung als konkrete Form vermitteln. Den seitlichen Blick über die Schulter, die ausdrucksstarken Augen, die zart rötliche Färbung der Wangen und das sanfte Lächeln setzte der Künstler im "Bildnis Ria Munk III (Natter Nr. 236) um. Das finale Ergebnis sollte der Nachwelt jedoch verwehrt bleiben, denn Gustav Klimt konnte das Gemälde aufgrund seines eigenen Todes nicht mehr vollenden.

    Diese besondere und ausdrucksstarke Zeichnung ist ein schönes Beispiel für Klimts Raffinesse und meisterhafte Fähigkeit, Emotion und Persönlichkeit mit minimalem Strich einzufangen. Das Schicksal der Dargestellten und Klimts jahrelange Beschäftigung mit dem Motiv verstärken die emotionale Wirkung des Porträts.


     
     
     
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    Gustav Klimt : Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links, 1917-1918
    Gustav Klimt : Bildnis Ria Munk - Halbbild nach links, 1917-1918


    Bei den mit (*) bezeichneten Losen sind Zuschlagspreis sowie Aufgeld mehrwertsteuerpflichtig.

    KORNFELD
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