Königsberg 1867 - 1945 Moritzburg
1916
Schwarze Kohle auf gelbem Bütten
51,5x34,5 cm, Zeichnung inkl. Signatur; 61x44 cm, Blattgrösse
Unten links von der Künstlerin in Zimmermannsbleistift signiert "Kollwitz"
Otto Nagel/Werner Timm, Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Œuvre-Katalog, Stuttgart 1980,
Slg. Erich Cohn, New York
Slg. Lotar Neumann, Gingins
Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 17. Juni 2005, Los 72, dort erworben von
Privatsammlung, Wien
Herbert Bittner, Käthe Kollwitz, Drawings, New York/London 1959, Abb. Tf. 68
Vevey 1994, Cabinet cantonal des estampes, Käthe Kollwitz, Fondation Neumann,
Die Ober- und Unterkante mit leichten Knicken. Unten rechts kleiner hinterlegter Einriss und zwei weitere minime Einrisse. Rückseitige Montierungsspuren. Die Zeichnung in besonders schöner Erhaltung
Nachdem ihr jüngster Sohn Peter am 22. Oktober 1914 als Freiwilliger gefallen war, setzte sich Käthe Kollwitz intensiv mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen auseinander. Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war sicherlich der bahnbrechende Holzschnittzyklus "Krieg", der 1923 im Verlag Emil Richter in Dresden erschien. Bevor sich Kollwitz für die Umsetzung im Holzschnitt entschied, arbeitete sie ab 1918 zunächst in ihren gewohnten Techniken der Radierung und ab 1919 in der Lithographie. Wie immer entstanden unterschiedlich ausgearbeitete Zeichnungen als Vorarbeiten für die Graphiken. Das hier angebotene Blatt ist die sehr genau umgesetzte Vorarbeit zur verworfenen ersten Fassung der äusserst seltenen Radierung "Die Witwe" (Knesebeck 138), die 1918 in drei Zuständen in nur vier bekannten Abzügen gedruckt wurde. Die Kohlezeichnung zeigt eindringlich den Schmerz und die Verzweiflung einer Frau, die erfährt, dass ihr Mann im Krieg gefallen ist.
| Schweiz | CHF | 170 |
| Europa | CHF | 270 |
| USA | CHF | 360 |
| Übersee | CHF | 380 |
