Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1935 - Werknummer 1935.142 (R 2)
Aquarell auf Papier, mit Wasserzeichen "MBM", auf Karton aufgelegt
30x47 cm, Darstellung; 46,5x65 cm, Unterlagekarton
Unten links vom Künstler in der Darstellung in Tusche signiert "Klee", unten links auf der Unterlage mit der Werknummer "1935 R 2", rechts betitelt "Blumen auf dem Balkon"
Paul Klee Stiftung, Catalogue raisonné, Band 7, Werke 1934-1938, Bern 2003,
Slg. Lily Klee-Stumpf, Bern (vermutlich bis 1946)
Klee-Gesellschaft, Bern, dort erworben von
Slg. Werner Allenbach, Bern (1950-1952), dort erworben von
Galerie Rosengart, Luzern (1952-1954), dort erworben von
Christoph Bernoulli, Kunsthändler, Basel (1954)
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf (1954-1955)
Klaus Gebhard & Co. Wuppertal-Elberfeld (1955)
Alex Reid & Lefevre, London (1955-1957)
Slg. Angela Einstein (bis 1982)
Sotheby's London, 1. Dezember 1982, Los 159
Galleria de Foscherari, Bologna (1982-1985)
Privatsammlung, Bologna (1985-2007)
Privatsammlung, Courtesy Galerie Pangée (2012)
Luzern 1945, Galerie Rosengart, Paul Klee zum Gedächtnis, Ausstellung anlässlich seines fünften Todestages 29. Juni 1940,
Bologna 2000/2001, Museo Morandi, Paul Klee, Figure e metamorfosi,
New York 2013, Moeller Fine Art, Paul Klee, Early and Late Years, 1894-1940,
London 2020, David Zwirner, Paul Klee, Late Klee
Blatt leicht gewellt, in den Rändern etwas gebräunt, Reissnagellöcher in den oberen Ecken, minimale Flecken, unten rechts im violetten Teil Kleberückstände, im Unterlagekarton entlang den Rändern Falzspuren, unterer Rand unregelmässig beschnitten, in der linken oberen Ecke zweimal gestempelt. In gutem Zustand
Nach seiner Tätigkeit am Bauhaus war Paul Klee Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 zeichnete sich ein verändertes Kunstverständnis ab, was schliesslich zur fristlosen Entlassung des als "politisch unzuverlässig" eingestuften Künstlers am 21. April führte. Er soll sich mit den Worten "Meine Herren, es riecht in Europa bedenklich nach Leichen" aus dem Dienst verabschiedet haben. Für Klee folgte eine unstete Zeit und er verarbeitete die neue Situation mit kraftvollen Arbeiten, die eindrücklich seine innere Aufgewühltheit bezeugen. Die wohl direkteste dieser Arbeiten trägt den Titel "Von der Liste gestrichen" (Cat. rais. 6471). Ohne Zukunft in Deutschland wurde die Düsseldorfer Wohnung am 23. Dezember 1933 geräumt und das Ehepaar Klee emigrierte noch am selben Tag in die Schweiz. Im Jahr darauf bezogen Klees die Atelierwohnung am Kistlerweg im Berner Elfenauquartier.
Die Emigration und die Unsicherheiten in Deutschland wirkten sich unmittelbar auf Klees Schaffen aus: Seine Werke wurden dunkler, düsterer und fragender. Unter dem Eindruck der politischen Bedrohung der europäischen Kultur und ihrer Avantgarden setzte er sich so mit seiner eigenen Situation auseinander.
Im Februar 1935 eröffnete die Kunsthalle Bern eine Retrospektive, die später in reduzierter Form auch in der Kunsthalle Basel gezeigt wurde. Nun wurden Klees Farben wieder leuchtender, die Themen weiter gefasst. In dieser Zeit dürfte auch das hier angebotene, wunderbar farbenfrohe Blatt auf seinem Balkon in Bern entstanden sein. Im August jedoch erkrankte Klee an einer schweren Bronchitis, die sich zu einer Lungenentzündung ausweitete, und im November schliesslich an der unheilbaren Krankheit Sklerodermie, die sein Schaffen in den letzten Lebensjahren prägte. Doch noch ist es nicht soweit und die Blumen erstrahlen in üppiger Form.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
