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Blainville 1887 - 1968 Paris
1913-1914
Bleistift auf grauem, weichem Velin, doppelseitig
12,5x18,5 cm
Arturo Schwarz, Marcel Duchamp, The Complete Works, Third Revised and Expanded Edition, Bd. II, New York 1997,
Slg. Henri-Pierre Roché, Paris
Privatsammlung Schweiz, durch Erbschaft an
Privatsammlung Schweiz
Minim verblasst, mit einer Mittelfalte, oben und unten je ein alter Einriss, in sauberer Gesamterhaltung
Marcel Duchamp schuf diese Studie in Vorbereitung auf die Konstruktion der unteren Scheibe seiner kunstgeschichtlichen Ikone "La Mariée mise à nu par ses célibataires, même" (Das Grosse Glas), die 1915 bis 1923 realisiert wurde und sich heute im Philadelphia Museum of Art befindet. "Das Grosse Glas", wie das epochale Werk kurz genannt wird, ist in zwei Teile gegliedert: einen weiblichen oberen und einen männlichen unteren Teil, die durch horizontal geschichtete Glasplatten voneinander getrennt sind . Das Werk an sich ist ein komplexes Diagramm einer Art "Liebesmaschine", das auf Alchemie, Tarotkarten und christliche Symbolik verweist.
Die ursprünglich als "Cimitière des uniformes et livrées" (Friedhof der Uniformen und Livrierten) betitelten 9 "moules malic" (wohl zu übersetzen als neun malische Formen) sind ein Element des unteren Teils, der als "Junggesellenapparat" bezeichnet wird. Es sind an hohle Schaufensterpuppen angelehnte Modelle traditionell männlicher Berufe, vom Polizisten über den Priester bis hin zum Pagen. Von den verschiedenen vorbereitenden Zeichnungen ist die hier angebotene wohl deshalb eine der bedeutendsten, weil Duchamp die Figuren eigenhändig bezeichnet hat. Er schrieb von links nach rechts zu den jeweiligen Figuren "Policeman", "Chef de gare", "Prêtre ", "Croque-mort ", "Chauffeur (boy)", "Livreur de grand magasin", "Larbin", "Gendarme", "Cuirassier", ferner steht oben rechts in vier Zeilen "9 Moules (formes) malics / surmontés d’un Réseau / de 9 stoppages / semblables". Was wir hier also vor uns haben, ist die genaue Definition dessen, was Duchamp intendierte. Später hat er die Figuren weiter ausgearbeitet und schliesslich auf das grosse Glas übertragen. Verso sind einige Figuren noch einmal sehr rudimentär angelegt, ausserdem hat Duchamp links oben "9 Formes / surmontés" geschrieben, zusätzlich steht links in roter Schrift etwas, was schwer zu lesen ist. Der Sammler Henri-Pierre Roché hat ebenfalls rückseitig unten links seine kurze Interpretation der Zeichnung notiert. Das hier angebotene Blatt ist ein ungemein wichtiges Dokument für die Erarbeitung eines der Hauptwerke Duchamps. So frühe Zeichnungen des Meisters zum Thema sind äusserst selten.
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
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