Argentan 1881 - 1955 Gif-sur-Yvette
1954-1955
Gouache und Tusche über Bleistift
42x32 cm
Rückseitig von fremder Hand betitelt und mit der Nachlassnummer "G-467"
Vorgesehen für das "Répertoire des œuvres sur papier de Fernand Léger", in Vorbereitung durch Irus Hansma. Bestätigung auf Foto
Auktion Calmels-Cohen, Paris, 8. April 2002, Los 125, dort erworben von Internationaler Privatsammlung
Auf Velin, minim gebräunt. Rückseitg Spuren einer alten Montierung. Frisch in den Farben, in guter Gesamterhaltung
Das Paris der beginnenden 1950er Jahre war eine pulsierende Stadt. Der Zweite Weltkrieg war vor kurzer Zeit zu Ende gegangen, viele internationale Kunstschaffende kamen in die französische Metropole und trafen dort auf eine vibrierende Kunstszene. So erstaunt es nicht, dass sich das Thema der "Stadt" quasi aufdrängte. Alberto Giacometti dachte über eine Graphikfolge zu Paris nach (sie wurde unter dem Titel "Paris sans fin" posthum 1969 von Tériade publiziert), und auch Fernand Léger begann sich ab 1954 mit der Stadt auseinanderzusetzen. Ursprünglich sollte ein Text von Blaise Cendrars die geplante Graphikfolge begleiten. Es entstanden zahlreiche Vorarbeiten zum Projekt, der unerwartete Tod des Künstlers brachte jedoch 1955 die Arbeit zum Erliegen. Zusammen mit der Künstlerwitwe Nadia Léger publizierte Tériade die Folge von 29 farbigen Lithographien posthum auf der Basis der vorhandenen Skizzen und mit Stempelsignatur 1959 in einer Auflage von 180 Exemplaren und 20 Exemplaren "hors commerce". Die Graphiken wurden von Mourlot umgesetzt und gedruckt. Der Text Cendrars war nun aber nicht mehr Teil des Projekts und wurde erst 1987 separat veröffentlicht
Die "Vespasiennes" (nach dem römischen Kaiser Vespasian benannt wegen dessen Einführung öffentlicher Toiletten) waren öffentliche "Urinoirs"; hier von Léger dramatisch in Szene gesetzt - und doch voller Witz mit dem Hund, der vor der Toilette wohl auf sein "Herrchen" wartet. Das Motiv wurde schliesslich von Nadia Léger und Tériade für die Lithographie-Folge verworfen
Wir danken Irus Hansma für die wertvollen Informationen zum Werk
| Schweiz | CHF | 150 |
| Europa | CHF | 250 |
| USA | CHF | 320 |
| Übersee | CHF | 325 |
