Grand Forks 1933 - 2017 New York
1987
Öl auf Leinwand
152,4x248,9 cm
Rückseitig auf der umgeschlagenen Leinwand vom Künstler in schwarzer Farbe signiert und datiert "James Rosenquist 1987"
Im Archiv des Künstlers unter der Nummer 87/04 registriert
Wetterling Galleries, Stockholm, dort 1987 erworben von
Slg. Theodor und Isabella Dalenson, Stockholm
Privatsammlung Schweiz
Auktion Koller, Zürich, 7. Dezember 2013, Los 3434, von dort an
Privatsammlung Schweiz
Stockholm 1987, Wetterling Galleries, Rosenquist
Riehen 2005, Fondation Beyeler, Blumenmythos - von Vincent van Gogh bis Jeff Koons,
Auf dem originalen Chassis, die Leinwand mit einer Holzplatte frei hinterlegt. Farbfrisch, minimste Abreibungen, vereinzelte Fleckchen
James Rosenquist war seit Anfang der 1960er Jahre eine der führenden Figuren der amerikanischen Pop Art. Wie seine Kollegen Andy Warhol, Claes Oldenburg oder Roy Lichtenstein bediente er sich aus Quellen der Werbung und der Populärkultur und verwandelte sie in eine neue Form der bildenden Kunst. Ende der 1950er Jahre verdiente er seinen Lebensunterhalt mit dem Malen von Werbeplakaten und übertrug die Techniken der Plakatmalerei auf seine Gemälde
Waren es am Anfang ausschliesslich Güter des täglichen Lebens, die verfremdet und überproportioniert auf die Leinwand gebracht wurden, entwickelte er später eine eigene, neue Bildsprache, indem er zerrissene Bilder oder solche mit falschen Proportionen zum Teil scherenschnittartig zusammenstellte und über einen oft vegetabilen Grund legte. In seinen als "Source Collages" bezeichneten Arbeiten sieht man den Bildfindungsprozess eindrücklich, klebte er dabei doch ausgeschnittene Fotografien/Abbildungen aufeinander, bestimmte danach den Bildausschnitt, der schliesslich in der Malerei im Grossformat umgesetzt wurde. "Sister Shrieks" (Schwester schreit) ist eine typische Arbeit aus den 1980er Jahren. Die Bilder werden in dieser Periode farbiger und knalliger und oft finden sich Menschen, die als Scherenschnitt zerstückelt oder faktisch als "Dekomposition" eine neue, geheimnisvolle Präsenz erfahren. Man erahnt die Augenpartie und den Mund, die Gesichter sind dabei linienförmig als Band ausgeschnitten. Das Spiel mit dem Untergrund lässt die Betrachtenden zweifeln, ob die Gesichter aus dem Hintergrund durch eine zerschnittene Fläche schauen oder eben darüber aufgesetzt sind. Rosenquist zitiert mit diesen Werken klar auch Bilder abgerissener Plakatwände. Der Untergrund wird oft aus quasi belanglos komponierten Blumenstücken gestaltet, diese wiederum liegen auf einem, wie im vorliegenden Fall, monochromen Grund oder auf einem weiteren Motiv. Rosenquist fordert die Sehgewohnheiten dauernd neu heraus, er hinterfragt das Tafelbild an sich, indem er mit den verschiedenen Ebenen auch eine sich dauernd ändernde Lesart konstruiert. Mit seinen vielschichtigen Arbeiten entwickelte er eine unverwechselbare Stimme innerhalb der neuen Kunstbewegung. Ein selten kraftvolles Gemälde des Pop Art-Meisters
