Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1934 - Werknummer 1934.165 (S 5)
Bleistift, Aquarell und Ölfarben auf Papier auf Karton
19,9x31,9 cm, Darstellung; 32x42 cm, Karton
Oben in der Mitte vom Künstler signiert "Klee". Unten links auf dem Karton bezeichnet "Zweig und Blatt", darunter mit Bleistift dediziert "meiner Freundin Hanny herzlichst zum 23 Dez 35 K"
Catalogue raisonné, Paul Klee, Band 7, Werke 1934-1938, Bern 2003,
Slg. Hanni Bürgi-Bigler, Bern
Slg. Rolf und Catherine E. Bürgi, Bern
Privatsammlung Schweiz
Paul Klee. Der Künstler und die Sammlerin, in: Du, 60. Jg.,
Stefan Frey, Hanni Bürgi-Bigler: Sammlerin und Mäzenin Paul Klees. Zur Geschichte ihrer Sammlung, in: Ausstellungskatalog Bern/Hamburg/Edinburgh 2000, pag. 20
Josef Helfenstein, Ort der Verabredung - Die Sammlung Bürgi, in: Ausstellungskatalog Bern/Hamburg/Edinburgh 2000, pag. 154
Christian Rümelin, Klees Umgang mit seinem eigenen Œuvre, in: Ausstellungskatalog Balingen 2001, Stadthalle, Paul Klee. Jahre der Meisterschaft 1917-1933, pag. 221, Anm. 103
Bern 1935, Kunsthalle, Paul Klee,
Basel 1935, Kunsthalle, Paul Klee,
Bern 1937, Kunstmuseum, Paul Klee. Leihgabe der Frau H. Bürgi und Besitz des Kunstmuseums,
Bern/Hamburg/Edinburgh 2000, Kunstmuseum/Kunsthalle/Scottish National Gallery of Modern Art, Paul Klee. Die Sammlung Bürgi,
Der Karton minimal gebräunt, vereinzelte Fleckchen. Die Tinte leicht verblasst. In sehr guter Gesamterhaltung
Am 21. April 1933 wurde Paul Klee als Professor an der Düsseldorfer Akademie fristlos beurlaubt. Von den Nationalsozialisten als "entarteter Künstler" und als "politisch unzuverlässig" eingestuft, erhielt er aufgrund des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" per 1.1.1934 die offizielle Kündigung. Das Ehepaar Klee emigrierte Ende Dezember 1933 in die Schweiz und zog an Heiligabend in Klees Elternhaus in Bern ein. Im Juni 1934 bezogen Paul und Lily eine Dreizimmerwohnung am Kistlerweg 6 im Berner Elfenauquartier
Die Emigration und die Unsicherheiten in Deutschland wirkten sich direkt auf seine Arbeit aus, die Werke wurden dunkler, düsterer und fragender
Klee schenkte "Zweig und Blatt" zu Weihnachten 1935 an seine frühe Sammlerin und Unterstützerin Johanna (Hanni) Bürgi-Bigler (1880-1938). Sie hatte den Künstler 1908 in Klees Elternhaus kennengelernt, als sie bei seinem Vater Hans regelmässig Gesangsstunden nahm. Früh schon erwarb das Ehepaar Bürgi Werke des Meisters, nach Alfred Bürgis frühem Tod 1919 baute Hanni Bürgi die Sammlung weiter aus. Als Vorstandsmitglied des Vereins Kunsthalle war sie 1935 massgeblich an der Ausrichtung der grossen Klee-Retrospektive beteiligt, wo das hier angebotene Blatt ausgestellt wurde. Ein sehr persönliches Blatt mit bedeutender Provenienz
