Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1929 - Werknummer 1929.8
Aquarell, teilweise gespritzt, und Feder auf Papier auf Karton
19x36,8 cm, Darstellung; 37,1x48 cm, Unterlagekarton
Oben rechts vom Künstler signiert "Klee". Bezeichnet auf dem Karton mit Randleisten unten links "1929.8." und unten rechts "Accente", neben dem Datum in Bleistift "III"
Catalogue raisonné, Paul Klee, Band 5, Werke 1927-1930, Bern 2001,
Rudolf Probst (Galerie Neue Kunst Fides; Das Kunsthaus), Dresden/Mannheim (1929)
Hermann Baumgarten, Stuttgart (ab 1929)
Alfred Flechtheim, Düsseldorf/Berlin/Paris/London (ab 1930)
Daniel-Henry Kahnweiler, Paris (bis 1935)
The Mayor Gallery, London (ab 1935)
Slg. M. Kauffer
The Mayor Gallery, London
Leicester Galleries, London
Auktion Christie's, London, 7. Juli 1961, Los 39
Auktion Lempertz, Köln, 1. Dezember 1961, Los 341
Auktion Karl & Faber, München, 12. Dezember 1968, Los 958
Galerie Beyeler, Basel (1968-1969)
Slg. Erwin Rehmann, Laufenburg
Privatsammlung Schweiz
Saarbrücken 1930, Staatliches Museum Saarbrücken, Paul Klee. Aquarelle aus 25 Jahren,
Düsseldorf 1931, Kunstverein für Rheinland und Westfalen in Verbindung mit der Galerie Alfred Flechtheim, Paul Klee,
London 1935, The Mayor Gallery, Paul Klee,
London 1941, Leicester Galleries, Paul Klee, Kat. Nr.32
The Art Institute of Chicago, mit Etikett auf Rückenkarton
Der Karton gebräunt, mit Lichtrand und im Rand mit Wasserflecken. Fleckchen in der Unterlage
Seit der legendären Tunisreise mit Macke und Moilliet im Jahr 1914 hat Klee keine grossen Reisen mehr unternommen. Die Sehnsucht nach dem Süden führt ihn an der Jahreswende 1928/1929 nach Ägypten; dieses Mal reist er alleine und ohne grosses Gepäck. Die Reise geht von Alexandria über Kairo und Luxor bis nach Assuan. Neben dem Besuch altägyptischer Monumente und Grabanlagen begeistert ihn vor allem die fruchtbare Landschaft am Nil mit ihrer Farbigkeit. In Ägypten selber entstehen fast keine Arbeiten, doch fliessen die Eindrücke nach seiner Rückkehr eindeutig in seine Werke ein
Zu den ersten Werken im Jahr 1929 gehört das vorliegende Blatt. Mehrere dieser Arbeiten sind durch einen lasierenden, feinen Farbauftrag geprägt, Klee verwendet dabei auch die «Spritztechnik». «Accente» ist ein geheimnisvolles Werk voller Gegensätze. Stehen das Rot und die Architekturelemente links für die Wüste und die Städte und das Blau rechts für fruchtbare Landschaft und den Nil? Oder kann man die horizontale Öffnung im Rot als vereinfachte Umsetzung des Hatschepsut-Tempels in Theben und die vertikale Öffnung im Blau als Symbol des Tempels von Abu Simbel verstehen, die Klee beide auf seiner Reise besucht hat? Das Rätsel bleibt ungelöst. Unumstritten ist, dass der Einfluss der Ägyptenreise besonders das Spätwerk mit den hieroglyphenartigen Zeichen stark geprägt hat
