Witebsk 1887 - 1985 Saint-Paul-de-Vence
1968
Öl, Gouache und Tinte auf Holz, collagierte und bemalte Holzstücke
32,5x24,9 cm
Unten rechts im Psalmenbuch vom Künstler monogrammiert "Ch", unten links mit dem Signaturstempel des Nachlasses "Marc / Chagall"
Echtheitsbestätigung (Nr. 2018041) des Comité Marc Chagall, Paris, datiert vom 14. März 2018, liegt vor
Nachlass des Künstlers
Farbfrisch und in tadelloser Gesamterhaltung
Eine verworfene Variante des farbigen Holzschnitts XXII aus der illustrierten Ausgabe der "Poèmes" von 1968, die mit den collageartig eingesetzten Holzstücken sehr eindrücklich Chagalls Experimentierfreude an erweiterten kompositorischen Möglichkeiten und seinen bildhauerischen Zugang aufzeigt. Im Vordergrund der "jüdische, lesende Mann" mit seinem Psalmenbuch vor der Wanduhr, Symbole für den "wandernden Juden" und der stets ungewissen Zeit. Im Hintergrund wird die innere Zerrissenheit und Spannung am blutroten Himmel zwischen der leuchtenden Menora im Zentrum und dem gekreuzigten Christus, dem jüdischen Propheten, deutlich. Chagall hebt hier, wie in vielen Kompositionen, die Vermittlerrolle von Jesus zwischen Judentum und Christentum besonders hervor
