Nolde 1867 - 1956 Seebüll
1910
Pinselzeichnung in Tusche
23,3x33,2 cm
Oben rechts vom Künstler in Bleistift signiert "Nolde"
Bestätigung von Dr. Christian Ring, Nolde Stiftung Seebüll, dass die Arbeit aus dem Nachlass des Künstlers stammt, liegt vor
Nachlass des Künstlers
Nolde Stiftung Seebüll
Privatsammlung Deutschland
Berlin 2018, Wolfgang Wittrock Kunsthandel, Emil Nolde, Gemälde - Aquarelle - Zeichnungen - Graphik
Auf festem Japanbütten, mit leicht unregelmässigem Papierrand, rückseitig mit einzelnen Tuscheflecken
Die Monate Februar und März des Jahres 1910 verbringt Emil Nolde in Hamburg. Er ist fasziniert vom Meer und den Häfen. Innerhalb kürzester Zeit entstehen 13 Gemälde, über 100 Tuschezeichnungen, 19 Radierungen und vier Holzschnitte, die den Hafen und die Schiffe zum Thema haben. Der Künstler selbst sagte: "Hamburg ist für mein Auge so reich an Schönheit." Die vielen Skizzen und Tuschezeichnungen sind Zeugnis seiner intensiven Auseinandersetzung mit den Motiven. Besonders fasziniert ihn das Motiv des Dampfers, dessen Rauchschwaden nahtlos in den Wolken verhangenen Himmel überzugehen scheinen
Max Sauerland schrieb in seinem 1921 erschienen Buch über Nolde: "Nolde kennt das Meer, wie es vor ihm noch kein Künstler gekannt hat. Er sieht es nicht vom Strande oder vom Schiffe aus, er sieht es so, wie es in sich selbst lebt, losgelöst aus jedem Bezug auf den Menschen, als das ewige regsame, ewig wechselvolle, ganz in sich selbst sich auslebende, in sich selbst sich erschöpfende göttliche Urwesen, das bis heute noch die ungebändigte Freiheit des ersten Schöpfungstages sich bewahrt hat. So lebt das Meer auch in den Hamburger Blättern und alles Menschenwerks drum und dran (...)." Das hier angebotene Blatt ist eine dieser freien, aufgelösten und eindrücklichen schwarz-weiss Zeichnungen des Meisters
