Nolde 1867 - 1956 Seebüll
Um 1931/1935
Aquarell, Feder und Pinsel in Tusche auf Japanpapier
47,1x34 cm
Unten rechts vom Künstler in Pinsel in Tusche signiert "Nolde"
Echtheitsbestätigung von Prof. Dr. Manfred Reuther, datiert vom 11. Juni 2021, registriert unter der Nr. "Nolde A - 214/2021", liegt vor
Privatsammlung Deutschland
Privatsammlung Schweiz
Aachen 1959, Suermondt-Museum, Deutsche Malerei im XX. Jahrhundert,
Vollkommen farbfrisch, in den Farben stark durchgeschlagen, auf Japan, tadellos in der Erhaltung
Nach Prof. Dr. Manfred Reuther gehört die Arbeit zur Reihe der "Phantasien", die in den Jahren 1931/1935 entstanden sind und von Emil Nolde in besonderer Weise geschätzt wurden. Das vorliegende Aquarell ist besonders farbintensiv und weist ein selten grosses Format auf
Nolde äusserte sich schriftlich zu den "Phantasien" in der Zeit ihrer Entstehung. So berichtete er in Briefen im Winter 1931/32 an seinen langjährigen Freund Hans Fehr: "Eine Anzahl ganz merkwürdiger phantastischer Aquarelle konnte ich im letzten Herbst noch malen. (...) Es sind besonders schöne Aquarelle, die mir gelungen sind, in einer Höhe, wie ich sie noch nie hatte." Typisch für die Werke dieser Reihe sind die erstaunlich grossen Bildformate. Während Nolde in Gemälden aus dieser Zeit vorwiegend Landschaften und Blumenbilder malte, beschäftigte er sich in den von ihm selbst als "Phantasien" bezeichneten Aquarellen ausnahmslos mit Darstellungen von Menschen und ihren Verbindungen zueinander. Nolde führt uns mit den "Phantasien" in seine ganz persönliche Vorstellungswelt, die beim Betrachten eigene Geschichten und Fantasien hervorrufen. Nolde schrieb, dass er im Zusammenwirken der verschiedenen Religionen, Mythologien, Fabeln und Märchen eine "köstliche, seltsame reiche Wunderwelt" sähe. (aus: Emil Nolde, Mein Leben, Köln 1976, pag. 331)
