Aschaffenburg 1880 - 1938 Davos
1915
Holzschnitt, koloriert in Rot, Violett und Grün
32,6x22 cm, Druckstock - 52,5x40,5 cm, Blattgrösse
Rückseitig mit dem Basler Nachlassstempel
Gercken 774/1 (v. 2)
Nachlass des Künstlers
Slg. Ernesto Blohm, Caracas
Privatsammlung Schweiz
Magdalena M. Moeller und Günther Gercken, Ernst Ludwig Kirchner - Peter Schlemihls wundersame Geschichte, München/London/New York 2014, pag. 81
Bielefeld 1969/1970, Kunsthalle, E.L. Kirchner, Privatsammlung,
Campione d'Italia 1971, Roman Norbert Ketterer, E.L. Kirchner,
Auf festem Velin mit breitem Papierrand. Das Aquarell in tadelloser Farbfrische, mit leichtem Lichtrand im alten Passepartoutausschnitt und im breiten Papierrand leicht fleckig. Links im Rand kleiner Einriss sauber hinterlegt
Das einzige Exemplar des kompletten, noch nicht zersägten Zeichnungsstockes, in Schwarz gedruckt und vollkommen vom Künstler in den Farben Rot, Violett und Grün aquarelliert. In dieser Form von extremer Seltenheit. Das bei Gercken aufgeführte Exemplar
Die Folge "Peter Schlemihls wundersame Geschichte" schnitt Kirchner nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst im November/Anfang Dezember 1915 in Berlin in Holz. Er suchte damit Distanz zu gewinnen zu einem für ihn sehr belastenden Erlebnis, der Militärdienstzeit im Sommer und Herbst 1915 in Halle. Er selbst schreibt, dass diese Geschichte von Chamisso "eigentlich die Lebensgeschichte des Verfolgungswahnsinnigen" sei, entsprechend dem Zustand, in dem er sich in diesen Wochen befinde. Die Folge wurde in wenigen Wochen geschaffen und dann in einzelnen Exemplaren gedruckt, heute kennt man noch 5 komplette Folgen. Auch Einzelblätter sind von allergrösster Seltenheit, im Besonderen die handkolorierten. Auf dem vorliegenden Blatt hat sich Kirchner selbst in ganzer Figur links am Bildrand dargestellt
Die komplette Folge enthält:
1. Titelblatt
2. Der Verkauf des Schattens
3. Die Geliebte
4. Kämpfe
5. Schlemihl in der Einsamkeit des Zimmers
6. Begegnung Schlemihls mit dem grauen Männchen auf der Landstrasse
7. Schlemihls Begegnung mit dem Schatten
Zusätzlich gab es eine Umschlagzeichnung mit Titel, Gercken 772, die aber nicht bei allen 5 kompletten Folgen vorhanden ist
Kirchner hat sich in Briefen an Carl Hagemann vom 3.2.1915 und an Gustav Schiefler vom 9.12.1915 über seine Arbeit an dieser Folge geäussert
