Dublin 1945 - lebt und arbeitet in New York und London
1998
Öl auf Leinwand auf Holz
122x109 cm
Rückseitig vom Künstler in Kreide betitelt, signiert und datiert "ARUBA / Sean Scully '98"
Im Online-Werkverzeichnis des Künstlers unter der Nummer "SSp98 02" registriert
Galerie Jamileh Weber, Zürich, rückseitig mit Etikett; dort 1998 angekauft von
Privatsammlung Schweiz
Kelly Grovier, Reinhard Spieler, Armin Zweite et alt., Sean Scully: Bricklayer of the Soul, Reflections in Celebration, Ostfildern, Hatje Cantz, 2015, reprod. pag. 120
Die pastose Farbe leicht gewellt, im unteren Farbfeld mit Frühschwundrissen. Farbfrisch, in sauberer Erhaltung
Die zurückhaltende Farbigkeit spielt in Scullys Arbeiten die entscheidende Rolle, reflektiert sie doch im wortwörtlichen sowie übertragenen Sinne die Intention des Künstlers, nämlich die Intensität und die Emotionalität ganzheitlich darzustellen. Die Farbe wird Schicht um Schicht mit klar sichtbarem Pinselduktus aufgebaut und lässt stets den Untergrund, manchmal bewusst, manchmal unbewusst, mitschwingen. Die Konturen der geometrischen Flächen laufen aus; es ist gerade keine “Hard Edge” Malerei. Auch gilt der Farbauftrag an sich in handwerklicher Sicht als bewusst "grob” ausgeführt, der gestische Duktus wird damit gewollt ungleichmässig. Armin Zweite schreibt dazu in seinem Essay 1993: “Das ist selbstverständlich Absicht, da es Scully auf diese Weise gelingt, in der augenscheinlich vollkommenen Unvollkommenheit seiner Oberflächen die Reste unverdinglicher Spontaneität zu bewahren […].” Die hier angebotene Arbeit mit zwei “Insets”, also zwei in eine grössere Leinwand eingefügte, kleinere Leinwände, vibriert im verhaltenen Farbspektrum von Weiss bis Schwarz, wobei eben Beige- Ocker- und Rottöne stets durch die Schichten hindurch mitschwingen. Eine wunderbare Komposition des wichtigen Wegbereiters einer neuen geometrischen Abstraktion
