Münchenbuchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto
1914 - Werknummer 1914.22
Aquarell über leichter Bleistiftzeichnung
15x11,5 cm, im Oval
Unten links in der Darstellung vom Künstler in Feder signiert "Klee", darunter datiert und mit der Werknummer "1914.22". In der Darstellung rechts unten in Pinsel in grüner Aquarellfarbe "ZU VER / KAUF / EN". Auf dem ursprünglichen Rückenkarton vom Künstler in Farbstift wie folgt beschriftet "Klee / 1914.22 / Villen zu / verkaufen". Rückseitig auf dem Aquarell von anderer Hand in Bleistift "Villen zu / verkaufen! / P K 1"
Paul Klee, Catalogue raisonné, Band 2, Werke 1913-1918,
Lily Klee, Bern (1940-1946)
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1952)
Felix Klee, Bern (1953-1990)
Nachlass Felix Klee (1990-1992), mit Etikett und der Inventarnummer 300
Privatsammlung Schweiz
Auswahl:
Will Grohmann, Paul Klee, Genf/Stuttgart, Kohlhammer, 1954, pag. 142
Charles W. Haxthausen, Paul Klee, The Formative Years, Ann Arbor/London, Dissertation Columbia University, 1976, pag. 441, 458, reprod.
Auswahl:
München 1920, Galerie Neue Kunst Hans Goltz, Paul Klee,
Jena 1920, Kunstverein zu Jena, Paul Klee,
Baden-Baden 1964, Staatliche Kunsthalle, Der frühe Klee,
München 1979/1980, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Paul Klee, Das Frühwerk,
Tokyo/Osaka 1989/1990, Isetan Museum of Art/Navio Museum of Art, Paul Klee, Das Frühwerk,
Malmö 1991, Malmö Konsthall, Paul Klee, reprod. in Farben
Saarbrücken 2006/2007, Saarlandmuseum, Paul Klee, Tempel, Städte, Paläste,
Das Aquarell auf Leinenpapier mit Japanfälzen auf Unterlage aufgelegt, die losgelöste Rückseite auf Karton ebenfalls mit Japanstreifen auf Unterlage befestigt, die alte Montage unbekannt. In tadelloser Farbfrische
Ein für Klee ungewöhnliches Format im Oval. Er hat dieses 1914 noch einmal bei drei Werken aufgenommen. Ungewöhnlich, ja nur in wenigen Werken überhaupt vorkommend, ist auch die Tatsache, dass ein Teil des Titels, "zu verkaufen", mit Pinsel in Aquarell direkt als Bildelement verwendet wurde. Klee wollte das Blatt nicht auf einen Unterlagekarton auflegen, das zeigt auch der im identischen Format geschnittene, immer noch erhaltene Rückenkarton. Will Grohmann sah in den ovalen Bildern eine Auseinandersetzung mit dem "analytischen Kubismus", eines der anderen drei Werke trägt gar den Titel "Hommage à Picasso" (Catalogue raisonné Nr. 1294)
Das sehr schöne Blatt muss kurz vor der Abreise am 4. April 1914 mit seinen Künstlerfreunden August Macke und Louis Moilliet nach Tunis entstanden sein, beginnt doch nur wenige Werknummern später der Zyklus der in Tunesien entstandenen Arbeiten
Eine spannende Komposition, strukturiert mit verschieden angelegten Farbfeldern. Das Jahr 1914 gehörte zu den fruchtbarsten in Klees Schaffen
