Auktion 286 : 100 Ausgewählte Kunstwerke 12.09.2025
1919. Farblithographie, Druck vom selben Stein in fünf Arbeitsgängen in Gelb, Grün, Blau, Rot und Ocker auf Blotting (Stein M). 27,6×33 cm, Darstel- lung; 41,8×57,7 cm, Blattgrösse. Unten rechts vom Künstler in Bleistift signiert «E L Kirchner» und unten links bezeichnet «Handdruck». Mit Atelierspuren sowie am Blattrand mit kleinen hinterlegten Einrissen und Papierergänzungen. Im unteren Blattrand mit Bezeichnungen von fremder Hand in Bleistift. Rückseitig mit Spuren einer altenMontierung undmit Zollstempel. In farbfrischer und guter Erhaltung. Schätzung CHF 50000 Werkverzeichnis Günther Gercken, Ernst Ludwig Kirchner, Kritisches Werkverzeichnis der Druckgraphik, Bern 2015, Bd. IV, 1022/2, dort erwähntes Exemplar Provenienz Direkt vom Künstler an Slg. Dr. Frédéric Bauer (1883–1957), Davos Auktion Stuttgarter Kunstkabinett, Stuttgart, 26. November 1953, Los 1987, dort erworben von Privatsammlung Deutschland Auktion Stuttgarter Kunstkabinett, Stuttgart, 20. November 1959, Los 370, dort erworben von Klipstein & Kornfeld, Bern, dort erworben von Privatsammlung Schweiz Auktion Kornfeld und Klipstein, Bern, 12. Juni 1975, Los 67, dort erworben von Privatsammlung Schweiz Galerie Unterburg, Regensberg, 1975, dort erworben von Privatsammlung Schweiz, durch Erbschaft an Privatsammlung Schweiz Literatur Lothar Grisebach (Hrsg.), Ernst Ludwig Kirchners Davoser Tagebuch, Eine Darstellung des Malers und eine Sammlung seiner Schriften, von Lucius Grisebach durchgesehene Neuausgabe, Ostfildern 1997 Ausstellung München 1952, Haus der Kunst, Ernst Ludwig Kirchner, Gemälde und Graphik der Sammlung Dr. F. Bauer, Davos, Nürnberg 1952, Kat. Nr. 259 Das Blatt entstand am 23. August 1919 im Haus «In den Lärchen» in Davos Frauenkirch. So schreibt Kirchner in seinem Tagebuch: «Durch die grosse Anstrengung von gestern heute nur Farblitho der gelben Kühe gemacht […]». (Grisebach S. 46). Mangels einer Druckpresse musste Kirchner bis Januar 1919 auf das Arbeiten in der Technik der Lithographie verzichten. Als die Presse aus Berlin eintraf, wurde der Künstler von einer wahren Euphorie des Druckens von Lithographien erfasst. Im selben Jahr erhielt er auch den Lithographiestein «M», der weder in Dresden noch Berlin nachgewiesen werden kann. In kurzen Zeitabständen entstanden mit diesem Stein mehrere Farblithographien (z. B. Gercken 1013, 1017–1022), dazu in derselben Arbeitsphase zahlreiche weitere Lithographien, ebenfalls auf diesem Stein, die nur in Schwarz gedruckt wurden (z. B. Gercken 998, 1014, 1015). Beim vorliegenden Blatt erlaubte das aufwendige Druckverfahren in fünf Arbeitsgängen nur sehr wenige Drucke. Bislang sind gerade sechs Exemplare bei Gercken nachgewiesen. 144 Ernst Ludwig Kirchner Aschaffenburg 1880–1938 Davos Kühe im Regenbogen
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