Auktion 286 : 100 Ausgewählte Kunstwerke 12.09.2025
1963. Öl auf Leinwand. 61×106,5 cm. Rückseitig vomKünstler betitelt, signiert und datiert «Title: «120 Checkers.»/ Size 24»x42»/ Painted by Alfred Jensen/ in 1963». Pastose Malweise, mit einzelnen Krakelüren im Weiss, auf dem alten Chassis, in einfacher Holzleiste gerahmt. In tadelloser Erhaltung. Schätzung CHF 50000 Provenienz Alfred Jensen, Glen Ridge Galerie Kornfeld, Zürich, dort 1972 aus der Ausstellung erworben von Privatsammlung Bern Ausstellungen Zürich 1972, Galerie Kornfeld, Alfred Jensen, Ölbilder, Kat. Nr. 14 Hannover/Humlebæk/Baden-Baden/Düsseldorf/Bern 1973, Kestner-Gesell- schaft/Louisiana Museum of Modern Art/Staatliche Kunsthalle/Kunsthalle/ Kunsthalle, Alfred Jensen, Kat. Nr. 49 1958 kaufte Arnold Rüdlinger (1919–1967), der damalige Direktor der Basler Kunsthalle und einer der Wegbereiter der amerikanischen Kunst in Europa, erste Gemälde von Alfred Jensen. 1962 begann die langjährige und erfolg reiche Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthändler und Sammler Eberhard W. Kornfeld und Jensen. Der Künstler wurde zunehmend zu Ausstellungen in der Schweiz eingeladen. Ausserdemwurden Privatsammler auf sein Schaffen aufmerksam. 1961 fand die erste Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York statt, und 1964 wurde eine Werkschau im Stedelijk Museum in Amsterdam gezeigt. 1973 organisierte die Kestner-Gesellschaft in Hannover eine Einzel- ausstellung, die anschliessend im Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (Dänemark), in der Kunsthalle Baden-Baden, in der Kunsthalle Düsseldorf und in der Kunsthalle Bern gezeigt wurde. Das vorliegende geo- metrische Gemälde «120 Checkers» (1963) war Teil der genannten Wander- ausstellung. Der Name «Checkers» bezieht sich auf eine Variante des klassischen Damespiels, das vor allem in den USA sowie im internationalen englischen Sprachraum gespielt wird. Die Titelbezeichnung evoziert im Zent- rum der Komposition ein Spielbrett mit kleinen schwarz-weissen Feldern und farbigen Spielsteinen. Das vorliegende abstrakte Werk stellt eine Verbindung aus einemabstrakten Netzwerk kleiner Quadrate, Rauten und Diagonalen sowie einer Farbpalette aus Primär-und Sekundärfarben dar. Jensens theoretische Grundlage der Malerei basierte auf JohannWolfgang vonGoethes Farbenlehre und der Auseinandersetzung mit Texten von Leonardo da Vinci. Ferner beschäftigte sich Jensen mit mathematischen Theorien und Zahlensystemen. Unter anderem thematisierte er in seiner Malerei gelegentlich den Maya-Kalender. Er beschäftigte sichmit diesem komplexen System zur Zeitmessung insbesondere im Rahmen seiner Studienreisen durch Mittelamerika. Das vorliegende Bild ist eine eindrucksvolle Synthese verschiedener künstle- rischer Gestaltungsprinzipien, die letztlich zu einer übergeordneten Ästhetik führen. 141 Alfred Jensen Guatemala 1903–1981 Glen Ridge 120 Checkers
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