Auktion 283 : Graphik und Handzeichnungen Alter Meister 12.09.2024

2093 Francisco de Goya Fuendetodos 1746–1828 Bordeaux El Agarrotado – Der Garrottierte – The Garroted Man 1778–1780. Radierung, mit dem Stichel überarbeitet, Druck der unfacettierten Platte auf festemBütten. 35,5×26,4 cm, Blattgrösse. Einer der seltenen Frühdrucke dieses eindrücklichen Blattes auf festem Büttenpapier, wie von Harris für die um 1776–80 entstan­ denen Abzüge gewünscht. Schätzung CHF 30000 Werkverzeichnis  Harris 21/III/1 (v. 4). Provenienz  Slg. Eberhard W. Kornfeld, Bern, Lugt 913b. Ausstellungen  Basel/Hovikodden 1975/1977, Kunstmuseum/ Henie-Onstad Kunstsenter, Meisterwerke der Graphik von 1800 bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 2. Salzburg/Winterthur 1984/1985, Ruper­ tinum/Kunstmuseum, Von Goya bis Warhol, Meisterwerke der Gra­ phik des 19. und 20. Jahrhunderts aus einer Schweizer Privatsamm­ lung [Slg. Eberhard W. Kornfeld], Kat. Nr. 3. Bern 1996/1997, Galerie Kornfeld, Francisco Goya, Sein Leben im Spiegel der Graphik, Kat. Nr. 5. Riehen 2003, Fondation Beyeler, Expressiv!, pag. 190. Riehen 2021/2022, Fondation Beyeler, Goya, Kat. Nr. 263, pag. 394. Goya zeigt einen mit der Garotte hingerichteten Mann. Während Menschen aus demeinfachen Volk erhängt wurden, wurden Ange­ hörige des Adels mehrheitlich garottiert. Nach der Hinrichtung fand auf dem Schafott die Totenmesse statt, bei der der Hingerichtete mit vier hohen Kerzenständern umgeben war. Goya bezieht ledig­ lich einen davon in sein Bild ein. Mit Anteilnahme gibt er das schmerzverzerrte Gesicht und die starr ausgestreckten Füsse des Delinquenten wieder. Die Flamme der brennenden Kerze befindet sich auf der Höhe seines Gesichts und lässt an die Passage des Requiems denken, in der es heisst, dass dem Verstorbenen das ewige Licht leuchten möge. *

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