Auktion 274 : Kunst des 19. und 21. Jahrhunderts Teil 2 16.09.2021

86 335 ERNST LUDWIG KIRCHNER Aschaffenburg 1880–1938 Davos Aufsatzentwurf mit dem Titel «Die Geschichte der Künstlergruppe Brücke.» (1000.–) 5 Seiten handgeschriebener Text in Tinte, gefolgt von einer ganzseitigen Bleistift- zeichnung. Links gelocht. 27×21,5 cm. Um 1930. In guter Erhaltung, minime Gebrauchsspuren. – Sicherlich unpubliziert. Fragment des Aufsatzes, wohl um 1930: «Die heute mit grosser Freude begrüssten Bestrebungen einer dem grossen Reiche entsprechende deutsche Kunst zur Anerkennung zu bringen, die auch ich mit allen Mitteln unterstützte, haben in der Vorkriegszeit ihre Vorläufer gehabt […].» Kirchner beschreibt als Vorläufer der «Brücke» die Bewegung der «Worpsweder» 336 ERNST LUDWIG KIRCHNER Aschaffenburg 1880–1938 Davos Aufsatzentwurf «Der Standpunkt meiner Kunst heute Juni 1933» (1000.–) «Allgemeine Entwicklung seit 1900 und meine spezielle. Verhältnis zur Antike, zu den Exoten, Mittelalter zur anderen Moderne. Erkenntnis der neuen Ziele und Ausblick.» 6 handgeschriebene Seiten in Tinte, links gelocht. 27×21,5 cm. Juni 1933. In guter Erhaltung, mit einem kleinen Einriss auf dem ersten Bogen. – Unpu- blizierter Text. Kirchner betrachtet die Geschichte der Kunst, unter spezieller Berück- sichtigung der Entwicklung der Photographie seit 1890. Er schildert die Entstehung der Künstlergruppe «Brücke», erwähnt Pechstein und Nolde sowie die Übersiedlung von Dresden nach Berlin 337 ERNST LUDWIG KIRCHNER Aschaffenburg 1880–1938 Davos Typographischer Brief an Ernst Kállai, Kunst­ historiker und Schriftleiter der Bauhaus Zeitschrift (300.–) 3 Seiten Typoskript, datiert mit «Davos den 24. Sept. 30», mit handschriftlichen Korrekturen und der handschriftlichen Signatur in Tinte «E L Kirchner». Links gelocht. 27×21,5 cm. 24. September 1930. In guter Erhaltung, mit einem Eselsohr in der rechten unteren Ecke. – Wohl unpubliziert. Kirchner nimmt ausführlich Stellung zur deutschen Kunst nach 1912: «Ich bin 1912 aus der sog. «Brücke» ausgetreten und habe seitdem keinerlei Verbindung mit den Herren Heckel Müller Nolde gehabt». Er erwähnt kritisch die Ausstellungspolitik der Galerie Ferdinand Möller in Berlin 338 ERNST LUDWIG KIRCHNER Aschaffenburg 1880–1938 Davos Kopie eines typographischen Briefes an Ernst Gosebruch, Direktor des Kunstmuseums Essen von 1922 bis 1933 (600.–) 2 Blatt Typoskript, mit einer Zeichnung in Tinte und handschriftlichen Ergänzungen auf der ersten Seite sowie einer Durchschlagszeichnung auf der zweiten Seite. Datiert «Davos den 10. Juli 31». Nicht unterzeichnet. Links gelocht. 27×21,5 cm. 10. Juli 1931. In guter Erhaltung, das erste Blatt mit wenigen Flecken. – Vergleiche Delfs 2534. Kirchner geht ausführlich auf einen an Schlemmer vergebenen Auftrag ein und erwähnt und skizziert den Minne Brunnen. Schlusssatz: «Deshalb warte ich lieber, bis der mir versprochene Festsaal freigegeben wird für richtige Wandmalerei»

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