Auktion 274 : Kunst des 19. und 21. Jahrhunderts Teil 2 16.09.2021
73 308 JOHANNES ITTEN Süderen-Linden 1888–1967 Zürich Blaue Vase (40000.–) Öl auf Leinwand. 50×60 cm 1935. Wagner 1935–001-G. Rückseitig auf der Leinwand vom Künstler in Bleistift signiert und datiert «Itten / 1935». Zusätzlich auf dem Chassis in Ölfarbe nochmals signiert «Itten» und mit der Nr. «21» der Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam von 1957 nummeriert und in Bleistift bezeichnet und datiert «Blaue Vase / 1935». Auf dem originalen Chassis, in der alten Nagelung. In guter Erhaltung. – Provenienz: Nachlass Johannes Itten, durch Erbschaft in der gleichen Familie an Privatsammlung Schweiz; Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 19.6.1998, Kat. Nr. 47; dort erwor- ben von Privatsammlung Schweiz. – Literatur: Willy Rotzler (Hrsg.), Johannes Itten, Werke und Schriften, mit Werk- verzeichnis von Anneliese Itten, Zürich 1972, Nr. 417, pag. 160 ganzseitig reprod. – Ausstellungen: Amsterdam 1957, Stedelijk Museum, Johannes Itten, Kat. Nr. 21; Baden-Baden 1958, Staatliche Kunsthalle, Max Ackermann, Johannes Itten, Boris Kleint, Friedrich Vordemberge-Gildewart, Kat. Nr. 91; Zürich 1964, Kunsthaus, Johannes Itten, Kat. Nr. 49. – Über die Umsetzung von der Drei- in die Zweidimensionalität auf der Bildfläche schrieb Johannes Itten im Tagebuch- eintrag vom Herbst 1928: «Das eigentliche Raumproblem der Malerei besteht darin: Wir müssen verstehen, die Formen und Farben im Bilde so anzuordnen, dass nicht nur die horizontale, die vertikale und die zirkuläre Bewegung, sondern auch die diagonale Bewegung, welche die eigentliche Tiefenbewegung ist, in ein flächiges Gleichgewicht gebracht werden, so dass die Kraft der Tiefe die Illusion der Naturwirkung des räumlichen Bildes erzeugt und doch die Wirkungs- formen des Bildes flach sind. Ich muss also verstehen, die dreidimensionale Wirkungsform zu verwandeln und doch die Dreidimensionalität der Wirklichkeitsform im Bild zu ihrer Kraftentfaltung kommen zu lassen.»
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