Ventes aux enchères 271 : Art du 19ème au 21ème siècle Partie 1 14.06.2019
ALBERT ANKER 1831 Ins 1910 13 Der Absinthtrinker (50000.–) Aquarell mit Weisshöhungen 1908 35×25 cm, Darstellung und Blattgrösse Unten rechts vom Künstler in Pinsel in schwarzer Tusche signiert und datiert «Anker 1908» Provenienz: Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 6.6.2008, Kat. Nr. 7 Privatsammlung Schweiz Auf festem Velin, minim gebräunt, leichter Lichtrand in den äusseren Rändern Nach seinem Schlaganfall 1901 wandte sich Anker der Technik des Aquarells zu. Meis- tens waren seine Themen das ländliche Leben und die Menschen seiner engeren Umgebung im Seeländer Dorf Ins. Mehrfach hielt er auch Absinthtrinker fest. Das vorliegende Aquarell von 1908 hat eine besondere politische Brisanz: Absinth ist ein alkoholisches Getränk, das traditionell aus Wermut, Anis, Fenchel, einer je nach Rezep- tur unterschiedlichen Reihe weiterer Kräuter sowie Alkohol hergestellt wurde. Im neuenburgischen Val-de-Travers wurde die auch «Grüne Fee» (Fée Verte) genannte Spezialität seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert an industriell produziert. Absinth war als günstige Spirituose sehr beliebt, galt aber als Hauptproblem von Alkoholmiss- brauch. Daher nahmen die Schweizer Stimmberechtigten 1908 eine mit der Rekordzahl von 167’814 Unterschriften eingereichte Volksinitiative für ein Verbot von Absinth mit deutlicher Mehrheit an, was dazu führte, dass der Konsum von Absinth in der Schwei- zer Bundesverfassung verboten wurde. Erst 2005 wurde die anachronistisch anmutende Bestimmung gelöscht und der Absinth anderen Spirituosen gleichgestellt. Anker malte den dargestellten Seeländer Bauer im Abstimmungsjahr 1908, wohl mitten in der Debatte zum Absinth-Verbot – und er scheint, vor ihm das gefüllte Glas stehend, klar gegen ein Verbot sein. Sehr schön ausgearbeitetes Blatt
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