Ventes aux enchères 271 : Art du 19ème au 21ème siècle Partie 1 14.06.2019

ALBERT ANKER 1831 Ins 1910 10 Bäbeli und ihre Kinder im Gebet (40000.–) Illustration zu Jeremias Gotthelfs «Dursli der Branntweinsäufer – oder der heilige Weihnachtsabend» Pinselzeichnung in Tusche Mitte der 1890er Jahre 37×26,5 cm, Darstellung und Blattgrösse Unten rechts vom Künstler in Pinsel in schwarzer Tusche signiert «Anker» Provenienz: Auktion Galerie Fischer, Luzern, Zunfthaus zur Meisen Zürich, 1939, Kat. Nr. 1674a, dort angekauft für Slg. Arthur Stoll, Arlesheim/Corseaux, durch Erbschaft an Privatsammlung Schweiz Literatur: Sammlung Arthur Stoll, Zürich 1961, Kat. Nr. 139, reprod. Hans A. Lüthy, Albert Anker – Aquarelle und Zeichnungen, Zürich, Verlag NZZ, 1989, pag. 46, reprod. Ausstellungen: Bern 1953, Kunstmuseum, Hauptmeister der Berner Malerei 1500–1900, Kat. Nr. 334 Ins 1985, Sporthalle, Anker-Ausstellung, Kat. Nr. 230 Auf festem Velin, das Papier gebräunt, mit einzelnen Fleckchen, mit Lichtrand Um 1890 beginnt Anker im Auftrag des Neuenburger Verlegers Frédéric Zahn mit den Illustrationen zu dessen Gotthelf-Ausgabe, eine Arbeit, die ihn während mehrerer Jahre beansprucht und wiederholte Studienreisen ins Emmental erfordert. Durs («Dursli»), ein junger Schuster, und Barbara heiraten. Bald schleicht sich das Elend in die zunächst glückliche Ehe ein, weil der Ehemann den radikalen Bauernagitator Schnepf (bei Gott- helf eine wahre Hassgestalt) bewundert und zusehends dem Alkohol verfällt. Am Weihnachtsabend hat er jedoch einen Traum, der ihn wieder auf den rechten Weg und zurück zu seiner Familie bringt. Gotthelf hat verschiedene «Anliegen» in seine Erzählung von 1839 verpackt: Der Kampf gegen den Alkoholmissbrauch, seine politische Haltung gegen die «Radikalen», die um die Jahrhundertmitte treibende Kräfte für einen Bun- desstaat wurden, und schliesslich diejenige als «Pfarrer», indem er die Bekehrung zum Guten an Weihnachten geschehen lässt. Die schöne Illustration ist, von Ernest-Théophile Florian in Holz gestochen, zwischen den Seiten 326/327 im Band 2, Œuvres choisies. En 5 volumes, Neuchâtel, F. Zahn, Libraire-Éditeur, 1901, eingebunden Vgl. auch Auktion Moderne Kunst, Teil I, Kat. Nr. 9 und Teil II, Kat. Nrn. 190–192

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