Kupferstich
1526
24,9:19,4 cm, Blattgrösse
Werkverzeichnis:
Meder 105/a (v. i) - Schoch/Mende/Scherbaum 102/a (v. i)
Tadelloser, tiefschwarzer Frühdruck, in Meders a-Qualität, auf der Plattenkante geschnitten, mit voll sichtbarer Darstellung. Sauber in der Erhaltung
Auf Papier mit dem vollen Wasserzeichen "Wappen mit L und b", Meder Wz. 314, wie für Meders a-Qualität gewünscht und speziell erwähnt für Frühdrucke des Erasmus von Rotterdam von 1526. In so schöner Druckqualität und als Frühdruck ausgewiesen von grosser Seltenheit
Eines der schönsten Exemplare dieses Portraitkupferstiches, verkauft im Rahmen der Auktion von Hollstein und Puppel in Berlin am 29. und 30. April 1930 unter der Nr. 354, damals zugeschlagen mit RM 62'000.-, war auf Papier mit dem gleichen Wasserzeichen gedruckt
Dürer begegnete Erasmus von Rotterdam mehrmals 1520 und 1521 im Laufe seiner Reise nach den Niederlanden.
Damals sind Portraitzeichnungen entstanden. Sie dienten als Vorlage für das erst 1526 gestochene Portrait,
entstanden nur zwei Jahre vor Dürers Tod 1528. Dürer versah das Blatt mit einer Inschrift in Lateinisch und einer Inschrift in
Griechisch, die griechische Inschrift kopiert aus einer Gussmedaille von Quentin Massys von 1519, von der sich ein Exemplar in der Sammlung
Willibald Pirckheimer, dem Nürnberger Politiker und Gelehrten, befand, mit dem Dürer eng befreundet war und den er 1524 in einem Kupferstich
portraitiert hatte
Erasmus von Rotterdam war einer der berühmtesten und geachtetsten Humanisten und Gelehrten seiner Zeit.
Er wurde in Rotterdam 1467 oder 1469 geboren, erreichte aber vor allem in Deutschland grosse Geltung. Er begann seine Laufbahn als Mönch,
trat aber aus dem Orden aus, reiste in Frankreich und England und bekam 1506 in Turin den theologischen Doktorhut.
Als Professor lehrte er ab 1517 an der Universität von Löwen und nahm 1521 festen Wohnsitz in Basel.
Er sympathisierte mit der Reformation, konnte sich aber nicht zu einem Übertritt entschliessen,
verliess 1529 das sich zur Reformation bekennende Basel und siedelte nach Freiburg i.Br. über.
1535 kehrte er nach Basel zurück, starb dort 1536 und wurde im Kreuzgang des Münsters von Basel beerdigt.
Erasmus von Rotterdam drückte sich vor allem in lateinischer Sprache aus, die er perfekt beherrschte.
Dürer hingegen trat dafür ein, Deutsch als wissenschaftliche Sprache durchzusetzen
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