Blatt 4 der Folge "Los Toros de Burdeos - Les Toros de Bordeaux"
Lithographie
1824-1825
30,3:41,4 cm, Darstellung - 36,5:50,2 cm, Blattgrösse
Werkverzeichnis:
Harris 286/II
Ausgezeichneter, tiefschwarzer, aber in allen Feinheiten schön transparenter Druck, auf Velin, oben mit 2 cm, auf den 3 anderen Seiten mit 4 cm Papierrand. Gute Erhaltung, die Darstellung intakt, im Rand restaurierte Stellen, leichte Knitter im Papier
Von grosser Seltenheit, von den 1824 bei C. M. N. Gaulon in Bordeaux gedruckten grossen Stierkampfdarstellungen (gesamthaft 5 grosse Lithographien), ursprünglich in 100 Exemplaren gedruckt, haben sich nur wenige erhalten
Die Lithographie ist die jüngste der graphischen Techniken, von Senefelder in den Jahren 1796 bis 1798 erprobt und 1803 in London in einem ersten Versuch rein künstlerischer Anwendung erstmals präsentiert. 1818 publizierte Senefelder sein "Lehrbuch der Steindruckerei". 1816 wurden in Paris durch Engelmann und den Comte de Lasterie die ersten Pressen aufgestellt, kurz darauf, sicherlich vor 1818, folgte in Madrid J. Cardano mit seinem "Establecimiento Litográfico de Madrid". Goya war fasziniert von der neuen Technik, seine erste Arbeit bei Cardano ist für Februar 1819 belegt, er war damals bereits 73 Jahre alt. Er benutzte die Transfer-Technik (Zeichnungen auf Lithopapier), die aber zu keinen zufrieden stellenden Ergebnissen führte. Als Goya aus politischen Gründen nach Frankreich emigrierte (die Bewilligung des königl. Hofes zur Ausreise nach Bordeaux ist vom 30. Mai 1824 datiert), lernte er nach einem kurzen Aufenthalt in Paris in Bordeaux den Lithographen Cyprien-Marie-Nicolas Gaulon kennen. Hier wurde Goya mit allen Feinheiten der Technik vertraut gemacht und hier lernte er direkt auf den Stein zu zeichnen. Das Resultat ergab Meisterleistungen, die noch heute zu den Spitzenstücken der Lithographie gehören. Die gesamthaft 5 Blatt "Los Toros de Burdeos" sind die bedeutendsten Lithographien von Goya. In den "Archives du Dépôt légal de la Préfecture de la Gironde" finden sich, datiert vom 17. und 29. November und vom 23. Dezember 1825, die entsprechenden Bewilligungen für den Druck von 100 Exemplaren durch den Drucker Gaulon
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