Blatt 22 der Folge "Los desastres de la guerra"
Strichätzung und direkt ätzendes Lavis mit dem Pinsel, mit dem Stichel überarbeitet
1810
15,8:24,7 cm, Plattenkante - 21,8:31,2 cm, Blattgrösse
Werkverzeichnis:
Harris 142/I/3 (v. III/7)
Provenienz:
Paris 1935, Hôtel Drouot, Vente 10 avril 1935, Catalogue des eaux-fortes et des lithographies originales dessinées et gravées par Goya, composant la Collection de Monsieur P. G. (Georges Provôt), Kat. Nr. 51
Sammlungen:
Infante Don Sebastian de Bourbon y Braganza Georges Provôt Tomás Harris, London, mit Stempel, nicht bei Lugt (der Autor des 1964 erschienenen besten Werkverzeichnisses der Graphik von Goya) Privatsammlung Schweiz
Tadellos in der Erhaltung, mit breiten Papierrändern, auf Bütten
Von grösster Seltenheit, Harris sind gesamthaft 7 Exemplare bekannt geworden, das vorliegende eingeschlossen, 4 davon heute in öffentlichen Sammlungen
Probedrucke von Goya für die "desastres" entstanden in den Jahren von 1808 bis 1814 in 3 verschiedenen Abschnitten:
- Kriegsdarstellungen und Grausamkeiten während des Krieges, entstanden von 1808 bis 1814, von Goya "Fatales consequencias de la sangriente guerra en España con Buonaparte (guerra)" bezeichnet. Gesamthaft 41 Blatt
- Darstellungen und Szenen von der Hungersnot in Madrid im Winter 1811 bis 1812, von Goya mit "Fatales consequencias de la sangriente guerra en España con Buonaparte (hambre)" bezeichnet. Gesamthaft 17 Blatt
- Die Gruppe der erst in den Jahren von 1820 bis 1823 entstandenen allegorischen Blätter, von Goya "y otros caprichos enfáticos" genannt, die als späte Ergänzung der Folge zugefügt wurden. Gesamthaft 22 Blatt. Die Zugehörigkeit von Blatt 69 zur Folge muss in Frage gestellt werden
Auf dem vorliegenden Blatt, eines der seltenen in der Platte signierten und "1810" datierten Blätter, ist ein Haufen zusammengetragener gefallener Soldaten dargestellt. Das Blatt gehört zur Gruppe A. Der Titel nimmt Bezug auf das vorangehende Blatt der Folge (Blatt Nr. 21), wo das Zusammentragen und das Abwerfen der Leichen thematisiert ist
Von allen Platten gibt es zu Lebzeiten Goyas nur einzelne Probedrucke. Eine Publikation zu Lebzeiten Goyas war aus politischen Gründen nicht möglich, die erste komplette Ausgabe erfolgte erst 1863, alle Platten stark überarbeitet, mit neuen Nummern und mit Titeln
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